„Prominent und obdachlos“

Einblicke in eine meist übersehene Welt

„Prominent und obdachlos“, ab dem 10. März bei RTLZWEI, ist tatsächlich ein bemerkenswertes Format. Stars stellen sich einer Riesenherausforderung, die ich selbst vermutlich nicht bestehen würde! Sie leben drei Tage ohne Geld, Ausweis oder Familie und Freunde unter realen Bedingungen auf der Straße. Das heißt auch Schlafen unter freiem Himmel bei teilweise zweistelligen Minustemperaturen!

Zu den mutigen Prominenten, die an dem Experiment teilnehmen, gehören in der ersten Folge Désirée Nick, Sandy Fähse und Tobias Wegener. Und so treffen sie auf echte Obdachlose und hören Ihnen wirklich zu. Das sind bewegende Lebensgeschichten, von denen weder die Prominenten, noch ich, noch der Zuschauer normalerweise etwas erfährt. Niemand sollte so herablassend sein, zu behaupten, er könnte niemals in solch eine Lage geraten. Die meisten Obdachlosen hatten schließlich auch einmal ein sogenanntes normales Leben, aber schlimme Schicksalsschläge führten in eine Abwärtsspirale, aus der es selbst in einem Sozialstaat schwierig ist, zu entkommen.

Ich habe beim Ansehen der Sendung schnell gemerkt, dass die Teilnehmer das Leben auf der Straße unterschätzt haben. Es sind nicht „nur“ 72 Stunden, wenn man sich beispielswiese noch nicht einmal sicher sein kann, ob genug Geld fürs Essen zusammenkommt. Und dann ist da die Langeweile. Klar gesteckte Ziele, die es zu erreichen gilt, fehlen den meisten Obdachlosen. Die Zeit vergeht einfach. Eine wahre Albtraumvorstellung für mich. Die bemerkenswerte Arbeit der sozialen Einrichtungen mitsamt ihrer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kann ich an dieser Stelle gar nicht lobend genug erwähnen. Es freut mich, dass „Prominent und obdachlos“ von vielen Institutionen unterstützt wird. Denn das Format ermöglicht es den Zuschauern nicht nur, die Prominenten von einer ganz anderen Seite kennenzulernen, sondern es gibt auch Menschen im Fernsehen ein Sprachrohr, die oft in der anonymen Masse der Obdachlosen untergehen, die auf unseren Straßen leben.